Vielleicht fühlt sich Ihr Alltag gerade anders an.
Vielleicht erleben Sie Situationen, die viel Kraft kosten. Vielleicht stellen Sie sich Fragen, auf die Sie bisher keine passenden Antworten gefunden haben. Vielleicht haben Sie bereits erste Vermutungen, warten auf einen Diagnostiktermin oder haben schon eine Diagnose erhalten.
Ganz gleich, an welchem Punkt Sie gerade stehen. Wir begleiten Sie auf diesem Weg.
Wir möchten verstehen, wie Ihr Kind seine Welt erlebt, welche Stärken es bereits mitbringt und welche Bedingungen ihm helfen, sich sicher zu fühlen und seinen Alltag erfolgreich zu gestalten.
Gemeinsam schaffen wir Orientierung. Denn wo Orientierung entsteht, kann Entwicklung gelingen.
Unsere Haltung
Jedes Kind erlebt die Welt auf seine eigene Weise. Wir möchten verstehen, was diesem Kind Sicherheit gibt, Beziehung ermöglicht und Entwicklung im Alltag unterstützt.
Kinder im Autismus-Spektrum nehmen Reize, Übergänge, soziale Situationen, Sprache oder Nähe oft anders wahr. Diese Wahrnehmung verdient Aufmerksamkeit, Respekt und fachliches Verstehen.
Wir nehmen uns Zeit, genau hinzusehen, zuzuhören und gemeinsam mit Familien zu erfassen, welche Bedeutung Verhalten im jeweiligen Alltag hat.
Unser Blick richtet sich auf die Stärken des Kindes, auf seine Entwicklungsbedürfnisse und auf die Bedingungen, die Orientierung und Sicherheit ermöglichen.
Dabei beziehen wir Eltern, Geschwister, Schulen, Kindertagesstätten und weitere Bezugspersonen ein. Entwicklung entsteht dort, wo Menschen gemeinsam hinschauen und verlässlich handeln.
Was uns wichtig ist
Wir begegnen jedem Kind als eigenständigem Menschen.
Jedes Kind bringt eine eigene Persönlichkeit, eigene Interessen, eigene Stärken und eigene Wege der Verständigung mit. Wir nehmen diese Besonderheiten ernst und gestalten Unterstützung so, dass das Kind sich gesehen, sicher und verstanden fühlen kann.
Wir stärken Beziehung und Verständigung.
Entwicklung entsteht in verlässlichen Beziehungen. Wir unterstützen Kinder und Bezugspersonen dabei, Signale besser zu verstehen, Kontaktmomente wahrzunehmen und gelingende Verständigung im Alltag auszubauen.
Wir begleiten Entwicklung im Alltag.
Entwicklung findet beim Spielen, beim Anziehen, beim Essen, auf dem Schulweg, in der Kita, in der Schule und in vielen kleinen Übergängen statt. Deshalb arbeiten wir möglichst alltagsnah und beziehen die realen Lebenssituationen des Kindes ein.
Wir entwickeln tragfähige nächste Schritte.
Viele Veränderungen beginnen klein. Gemeinsam suchen wir nach konkreten Schritten, die im Familienalltag, in der Schule oder in der Kindertagesstätte umsetzbar sind und dem Kind mehr Orientierung geben.
Wir vertrauen auf Entwicklung.
Jedes Kind bringt Entwicklungsmöglichkeiten mit. Unsere Aufgabe ist es, diese Möglichkeiten sichtbar zu machen, passende Bedingungen zu gestalten und das Kind in seinem eigenen Tempo zu begleiten.
Entwicklung beginnt im kleinen Moment.
Ein Blick. Ein gemeinsames Lächeln. Ein Moment des Wartens. Eine gelungene Begrüßung. Ein Kind, das sich traut, den nächsten Schritt zu gehen. Aus vielen kleinen Momenten entstehen Vertrauen, Orientierung und Sicherheit. Genau dort setzen wir an.
Vielleicht kennen Sie solche Situationen aus Ihrem Alltag …
- Veränderungen im Tagesablauf führen regelmäßig zu großer Unsicherheit.
- Geräusche, Licht oder andere Sinneseindrücke werden sehr intensiv wahrgenommen.
- Kommunikation gelingt auf ganz eigene Weise oder fällt schwer.
- Übergänge, wie das Aufbrechen zur Schule oder das Verlassen eines vertrauten Ortes, kosten viel Kraft.
- Nach Schule oder Kindertagesstätte ist Ihr Kind häufig erschöpft und benötigt lange Zeit, um wieder zur Ruhe zu kommen.
- Gemeinsame Aktivitäten oder soziale Situationen werden schnell zur Herausforderung.
- Der Familienalltag braucht viel Planung, Vorhersehbarkeit und klare Orientierung.
Entlastender Hinweis
Solche Beobachtungen können wichtige Hinweise sein und sollten in Ruhe eingeordnet werden.
Wir beraten Familien auch dann, wenn noch keine Diagnose vorliegt und zunächst Orientierung für die nächsten Schritte gebraucht wird.
Was Sie von uns erwarten dürfen
- Wir begegnen Ihrem Kind mit Wertschätzung.
- Wir nehmen uns Zeit, genau hinzusehen.
- Wir orientieren uns an den Stärken Ihres Kindes.
- Wir arbeiten transparent und verständlich.
- Wir entwickeln gemeinsam Lösungen, die im Alltag funktionieren.
- Wir beziehen wichtige Bezugspersonen aktiv mit ein.
- Wir schaffen Orientierung, damit Entwicklung gelingen kann.
Wie sich unsere Begleitung anfühlt
Ein Kind soll bei uns erleben
Ich werde gesehen.
Ich darf so sein, wie ich bin.
Erwachsene möchten mich verstehen.
Meine Ideen sind wichtig.
Ich bekomme Zeit.
Ich darf Fehler machen.
Gemeinsam finden wir Lösungen.
Eltern sollen bei uns erleben
Wir hören zu.
Wir nehmen Ihre Wahrnehmung ernst.
Sie kennen Ihr Kind am besten.
Wir entwickeln gemeinsam tragfähige Lösungen.
Wir bauen auf dem auf, was bereits gelingt.
Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen.
Schulen und Kindertagesstätten sollen erleben
Wir verstehen uns als verlässliche Partner:innen.
Gemeinsam entwickeln wir praktikable Lösungen für den Alltag.
Unser Ziel ist es, Orientierung zu schaffen, Teilhabe zu ermöglichen und die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu stärken.
Was im Alltag gestärkt werden kann
Kommunikation
Kinder werden darin unterstützt, eigene Wege zu finden, Bedürfnisse, Gefühle und Grenzen mitzuteilen.
Orientierung
Gemeinsam werden Strukturen, visuelle Hilfen, Rituale und klare Abläufe entwickelt, die den Alltag vorhersehbarer machen.
Selbstregulation
Kinder erhalten Unterstützung dabei, eigene Belastungssignale wahrzunehmen und passende Wege zur Beruhigung zu finden.
Soziale Situationen
Begegnungen mit anderen Kindern und Erwachsenen werden so begleitet, dass Sicherheit, Verständigung und Teilhabe wachsen können.
Übergänge
Wechsel zwischen Orten, Personen, Aufgaben oder Tagesabschnitten werden vorbereitet, begleitet und nachvollziehbarer gestaltet.
Familienalltag
Eltern werden darin gestärkt, Signale ihres Kindes besser zu verstehen und den Alltag mit mehr Sicherheit und weniger Druck zu gestalten.
Unsere Arbeitsweise
Unsere Arbeit verbindet systemisches Denken mit der Haltung der Neuen Autorität und den entwicklungsunterstützenden Elementen von Marte Meo. Wir betrachten Entwicklung im Zusammenspiel der verschiedenen Lebensbereiche und beziehen Familie, Schule, Kindertagesstätte, Freizeit, Jugendamt und weitere Fachstellen entsprechend dem Auftrag und mit geklärter Einwilligung ein.
Erwachsene werden darin gestärkt, auch in angespannten Situationen präsent, ansprechbar und handlungsfähig zu bleiben. Ruhige Präsenz, Selbstkontrolle, Deeskalation, wachsame Sorge, klare Ankündigungen, tragfähige Netzwerke und Wiedergutmachung geben Orientierung und unterstützen die Beziehungsgestaltung.
Wenn es für den vereinbarten Auftrag hilfreich ist, können kurze Videoaufnahmen genutzt werden. Sie machen gelingende Interaktionsmomente, Initiativen, passende Antworten und hilfreiche Leitung sichtbar. Daraus entstehen konkrete und alltagstaugliche Entwicklungsimpulse. Die Videoarbeit erfolgt ausschließlich nach schriftlicher Einwilligung, mit klarer Zweckbindung sowie transparent vereinbarten Speicher- und Löschwegen.
Unsere Leistungen
- mobile und aufsuchende Autismusförderung
- autismusspezifische Einzelförderung
- Beratung und Begleitung von Eltern und Bezugspersonen
- Marte-Meo-Reviews nach gesonderter Einwilligung
- Beratung von Schulen und Kindertagesstätten
- Umfeld- und Netzwerkarbeit
- pädagogische Begleitung im diagnostischen Klärungsprozess
- Mitwirkung im Hilfeplanverfahren
Entwicklungsbereiche
Kommunikation
Individuelle Ausdrucksformen, unterstützte Kommunikation und das Mitteilen von Bedürfnissen, Interessen und Grenzen werden gestärkt.
Orientierung
Visuelle Hilfen, Rituale, klare Abläufe und vorhersehbare Übergänge unterstützen Sicherheit und Selbstständigkeit.
Regulation und Co-Regulation
Belastungssignale werden gemeinsam wahrgenommen. Bezugspersonen entwickeln unterstützende Antworten und entlastende Umweltbedingungen.
Soziale Teilhabe
Begegnungen werden so vorbereitet und begleitet, dass Verständigung, Wahlmöglichkeiten, Pausen und Zugehörigkeit möglich werden.
Familienalltag
Bezugspersonen werden darin gestärkt, Signale besser zu verstehen und den Alltag mit mehr Orientierung und weniger Druck zu gestalten.
Fachlicher Rahmen
Die Ambulante Autismusförderung von HEIB ist eine mobile und aufsuchende Fachleistung im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe.
Sie kann im Kontext der Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII sowie der Hilfen für junge Volljährige nach § 41 SGB VIII erbracht werden.
HEIB verbindet dabei Marte Meo, Neue Autorität und systemisches Arbeiten.
Ziel ist es, Kinder, Jugendliche, junge Volljährige und ihre Familien alltagsnah, ressourcenorientiert und nachhaltig zu begleiten.
Im Mittelpunkt stehen Orientierung, Sicherheit, Beziehung, Selbstregulation, Kommunikation und Teilhabe.
Fragen und Antworten
Ambulante Autismusförderung
Sie haben Fragen? Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Themen rund um unser Angebot, unsere Leistungen und den Ablauf. Sollten Sie dennoch etwas vermissen, sprechen Sie uns gerne persönlich an – wir helfen Ihnen jederzeit weiter.
Benötigt mein Kind bereits eine Diagnose?
Für eine erste Orientierung kann auch ein begründeter Verdacht Anlass für Beratung und Klärung sein. Eine längerfristige Leistung im Rahmen der Eingliederungshilfe wird in der Regel über das zuständige Jugendamt geprüft und benötigt entsprechende fachliche Grundlagen.
Wo findet die Förderung statt?
Die Förderung findet vor allem dort statt, wo Ihr Kind seinen Alltag erlebt: zuhause, in der Schule, in der Kindertagesstätte oder an anderen vertrauten Orten. Beratungsgespräche und Marte-Meo-Reviews können ergänzend in geeigneten Räumlichkeiten stattfinden.
Wer übernimmt die Kosten?
Die Leistungen können im Rahmen der Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII beziehungsweise bei jungen Volljährigen nach § 41 SGB VIII erbracht werden. Die konkrete Beauftragung und Finanzierung erfolgt über das zuständige Jugendamt.
Wie lange dauert eine Begleitung?
Die Dauer richtet sich nach dem individuellen Unterstützungsbedarf Ihres Kindes und Ihrer Familie. Gemeinsam mit allen Beteiligten wird regelmäßig überprüft, welche Ziele erreicht wurden und welche Unterstützung aktuell sinnvoll ist.
Muss mein Kind sprechen können?
Kommunikation ist mehr als gesprochene Sprache. Wir schauen darauf, welche Signale, Initiativen und Ausdrucksformen Ihr Kind bereits nutzt und welche Unterstützung hilfreich sein kann, damit Verständigung im Alltag verlässlicher gelingt.
Arbeiten Sie auch mit Schulen und Kindertagesstätten zusammen?
Ja. Schulen und Kindertagesstätten sind wichtige Bezugssysteme. Wenn es fachlich sinnvoll und im Hilfeprozess abgestimmt ist, beziehen wir pädagogische Teams ein, entwickeln gemeinsame Strategien und unterstützen dabei, Teilhabe im Alltag zu erleichtern.
Wie beginnt die Zusammenarbeit?
Zu Beginn lernen wir Ihr Kind und seine Lebenssituation kennen. Gemeinsam mit Ihnen, Ihrem Kind und den beteiligten Stellen klären wir den Unterstützungsbedarf, vorhandene Stärken und konkrete Entwicklungsziele. Daraus entsteht eine individuell abgestimmte Planung für die weitere Begleitung.
Wie wird die Förderung auf mein Kind abgestimmt?
Wir arbeiten nicht nach einem starren Trainingsprogramm. Interessen, Ausdrucksformen, Wahrnehmungsbesonderheiten, vorhandene Fähigkeiten und aktuelle Belastungen Ihres Kindes bilden den Ausgangspunkt. Die vereinbarten Ziele und Unterstützungsformen werden regelmäßig gemeinsam überprüft und bei Bedarf angepasst.
Wie werden Eltern und andere Bezugspersonen einbezogen?
Eltern und vertraute Bezugspersonen kennen den Alltag des Kindes besonders gut und sind wichtige Partner:innen im Hilfeprozess. Wir reflektieren gemeinsam konkrete Situationen, machen vorhandene Stärken sichtbar und entwickeln alltagstaugliche Handlungsmöglichkeiten. Art und Umfang der Zusammenarbeit werden transparent abgestimmt.