Ambulante Familienhilfe begleitet Familien dort, wo ihr Alltag stattfindet. Gespräche und gemeinsame Termine können zu Hause, in den Räumen von HEIB oder an anderen vereinbarten Orten stattfinden. Die Familie bleibt für ihr Leben und ihre Entscheidungen verantwortlich.
Die Unterstützung richtet sich nach dem gemeinsam vereinbarten Auftrag. Sie kann sich auf Erziehungsfragen, Beziehungen, Tagesstruktur, Schule oder Kindertagesstätte, belastende Übergänge, Krisen und die Zusammenarbeit mit dem sozialen Netzwerk beziehen. Ziele und nächste Schritte werden im Hilfeplan abgestimmt und im Verlauf regelmäßig überprüft.
Für Familien im Landkreis Schaumburg ist unser Team am Standort Bad Nenndorf zuständig. Familien im Hameln-Pyrmont werden durch unser Team am Standort Hessisch Oldendorf begleitet.
Unsere Haltung
Unsere Haltung Wir hören zu, sprechen klar und entwickeln mit Familien Schritte, die zu ihrem Leben passen.
Wir begegnen Familien mit Respekt vor ihrer Geschichte, ihren Erfahrungen und ihren bisherigen Bewältigungsleistungen. Schwierigkeiten werden klar benannt, ohne Menschen darauf zu reduzieren. Wir suchen nach dem, was bereits trägt, und entwickeln daraus nächste Schritte.
Auch in angespannten Situationen bleiben wir ansprechbar, transparent und verlässlich. Wir übernehmen Verantwortung für den Hilfeprozess, schaffen Orientierung und sprechen offen an, wenn wir uns Sorgen machen. Unterschiedliche Sichtweisen dürfen bestehen und werden gemeinsam so sortiert, dass handlungsfähige Vereinbarungen entstehen.
Was unsere Zusammenarbeit auszeichnet
Der Alltag ist unser Arbeitsfeld.
Wir betrachten konkrete Situationen, Abläufe und Beziehungen dort, wo sie entstehen. So können Veränderungen unmittelbar erprobt werden.
Die Familie behält Verantwortung.
Wir beraten, strukturieren und begleiten. Entscheidungen werden nicht abgenommen, sondern gemeinsam vorbereitet und nachvollziehbar getroffen.
Verstehen kommt vor Verändern.
Wir fragen nach Bedeutungen, Erfahrungen und Wechselwirkungen. Das hilft, vorschnelle Bewertungen zu vermeiden und passende Schritte zu entwickeln.
Klarheit schafft Orientierung.
Aufträge, Rollen, Sorgen und Grenzen werden offen benannt. Verlässliche Absprachen machen Zusammenarbeit berechenbar.
Das Netzwerk wird einbezogen.
Wenn es dem Auftrag dient, verbinden wir Familie, Jugendamt, Schule, Kindertagesstätte und weitere Beteiligte zu einem abgestimmten Hilfenetz.
Veränderung wird dort tragfähig, wo Familie ihren Alltag gestaltet.
Wenn der Morgen neu organisiert werden muss. Wenn Regeln ausgehandelt werden. Wenn Zuhören wieder möglich werden soll. Wenn Nähe und Abstand neu gefunden werden. Wenn Konflikte den Familienalltag bestimmen. Wenn Schule oder Kindertagesstätte zur Belastung werden. Wenn Übergänge Orientierung brauchen. Wenn Eltern ihre Handlungssicherheit zurückgewinnen. Wir hören zu, sortieren und entwickeln Schritte, die zur Familie passen. Genau dort arbeitet unsere ambulante Familienhilfe.
Mit welchen Fragen Menschen zu uns kommen
Familien wenden sich mit unterschiedlichen Anliegen an uns. Manche Fragen bestehen schon länger, andere entstehen durch eine aktuelle Veränderung oder Belastung. Gemeinsam sortieren wir, was gerade wichtig ist und an welcher Stelle Unterstützung entlasten oder neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen kann.
- Wie können wir wieder besser miteinander sprechen?
- Wie können wir Orientierung geben, ohne die Verbindung zu verlieren?
- Wie bringen wir mehr Verlässlichkeit in unseren Alltag?
- Was braucht unser Kind oder unser:e Jugendliche:r gerade?
- Wie gehen wir mit Schule, Kindertagesstätte oder anderen Stellen um?
- Wie finden wir nach einer belastenden Zeit wieder Zuversicht?
Was Sie von uns erwarten können
Verlässliche Ansprechbarkeit
Termine, Absprachen und Zuständigkeiten werden verbindlich gestaltet. Veränderungen und Schwierigkeiten sprechen wir frühzeitig an.
Transparente Zusammenarbeit
Ziele, Einschätzungen und Informationswege bleiben nachvollziehbar. Wir sprechen mit Familien und nicht über ihre Köpfe hinweg.
Ein Blick auf Fähigkeiten und Entwicklung
Wir nehmen Belastungen ernst und achten zugleich aufmerksam auf vorhandene Stärken, hilfreiche Momente und bereits gelingende Schritte.
Klare und erreichbare Vereinbarungen
Gemeinsam formulieren wir nächste Schritte so, dass sie verständlich, konkret und im Familienalltag umsetzbar sind.
Abgestimmte Kooperation
Wenn weitere Stellen beteiligt sind, unterstützen wir klare Zuständigkeiten und ein Vorgehen, das für die Familie überschaubar bleibt.
Beteiligung und Mitgestaltung
Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden mit ihren Sichtweisen ernst genommen und angemessen an Zielen, Entscheidungen und nächsten Schritten beteiligt.
Unsere Arbeitsweise
Wir betrachten Familien in ihren Beziehungen, Lebensbedingungen und sozialen Zusammenhängen. Dabei richten wir den Blick auf vorhandene Fähigkeiten, gelingende Momente und konkrete Entwicklungsmöglichkeiten. Wir bleiben auch in angespannten Situationen präsent, ansprechbar und klar. Gemeinsam werden alltagstaugliche Schritte entwickelt, unmittelbar erprobt und so angepasst, dass sie zur jeweiligen Familie passen. Videoaufnahmen können nach vorheriger Abstimmung dabei helfen, stärkende Interaktionen und hilfreiche nächste Schritte besonders anschaulich zu erkennen.
Unsere Einsatzorte
Unsere Unterstützung findet dort statt, wo die jeweiligen Anliegen konkret werden. Termine können in unseren Räumlichkeiten in Bad Nenndorf oder Hessisch Oldendorf, bei Familien zu Hause, bei Spaziergängen oder im sozialen Umfeld stattfinden. Je nach Auftrag begleiten wir auch Gespräche und Termine in Schule oder Kindertagesstätte, bei Therapeut:innen, Ärzt:innen oder anderen beteiligten Stellen. Der Einsatzort wird transparent vereinbart und danach ausgewählt, was für das Anliegen und die gemeinsame Arbeit hilfreich ist.
Zusammenarbeit im Netzwerk
Tragfähige Unterstützung entsteht, wenn Zuständigkeiten geklärt und wichtige Informationen verlässlich zusammengeführt werden. Wir beziehen Eltern und Bezugspersonen sowie Kinder, Jugendliche und junge Volljährige angemessen in Absprachen ein. Mit dem Jugendamt, Schulen, Kindertagesstätten, Therapeut:innen und weiteren Beteiligten arbeiten wir auftragsbezogen zusammen. Ziele, Rollen und Informationswege werden transparent vereinbart, damit unterschiedliche Perspektiven gehört werden und ein abgestimmtes Vorgehen entstehen kann.
Fachlicher Rahmen
Ambulante Hilfen zur Erziehung werden auf Grundlage des individuellen erzieherischen Bedarfs vereinbart. Rechtsgrundlage kann § 27 SGB VIII in Verbindung mit § 31 SGB VIII (Sozialpädagogische Familienhilfe) oder, abhängig vom konkreten Auftrag, § 30 SGB VIII (Erziehungsbeistand, Betreuungshelfer) sein.
Die Ausgestaltung der Hilfe erfolgt im Zusammenwirken mit der Familie und dem zuständigen Jugendamt im Hilfeplanverfahren nach § 36 SGB VIII. HEIB nimmt den Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und der vereinbarten Verfahrenswege wahr.
Fragen und Antworten
Ambulante Familienhilfe
Sie haben Fragen? Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Themen rund um unser Angebot, unsere Leistungen und den Ablauf. Sollten Sie dennoch etwas vermissen, sprechen Sie uns gerne persönlich an – wir helfen Ihnen jederzeit weiter.
Für wen ist ambulante Familienhilfe gedacht?
Das Angebot richtet sich an Familien, Kinder, Jugendliche und junge Volljährige, die sich Unterstützung bei Erziehungsfragen, im Zusammenleben oder bei besonderen Belastungen wünschen beziehungsweise bei denen ein entsprechender Hilfebedarf festgestellt wurde. Entscheidend ist der individuelle Auftrag, nicht ein festgelegtes Familienbild.
Wie kommt eine ambulante Familienhilfe zustande?
In der Regel wird die Hilfe gemeinsam mit dem zuständigen Jugendamt beantragt und im Hilfeplanverfahren vereinbart. Vor Beginn findet ein Kennenlernen statt. Dabei werden Anliegen, Erwartungen, Rahmenbedingungen und die Passung zwischen Familie und HEIB geklärt.
Wie beginnt die Zusammenarbeit?
Zu Beginn nehmen wir uns Zeit, die Sichtweisen aller Beteiligten zu verstehen. Wir vereinbaren konkrete Ziele, klären Informationswege und legen fest, wie Termine gestaltet werden. Erste Schritte sollen verständlich, erreichbar und im Alltag überprüfbar sein.
Kommt die Fachkraft zu uns nach Hause?
Hausbesuche gehören zur aufsuchenden Arbeit. Je nach Auftrag können Termine auch in den Räumen von HEIB, in Schule oder Kindertagesstätte sowie an anderen vereinbarten Orten stattfinden. Ort und Anlass werden transparent abgestimmt.
Werden Kinder und Jugendliche beteiligt?
Ja. Ihre Sichtweisen, Wünsche und Belastungen werden alters- und entwicklungsgerecht einbezogen. Sie sollen verstehen können, warum die Hilfe stattfindet, welche Ziele verfolgt werden und an welchen Entscheidungen sie beteiligt sind.
Was geschieht mit persönlichen Informationen?
Informationen werden vertraulich und entsprechend den gesetzlichen Datenschutzbestimmungen behandelt. Welche Inhalte mit dem Jugendamt oder anderen Stellen geteilt werden, wird grundsätzlich transparent besprochen. Bei gewichtigen Anhaltspunkten für eine Kindeswohlgefährdung gelten die gesetzlichen Schutz- und Verfahrenspflichten.
Müssen Eltern für die Hilfe etwas bezahlen?
Wird eine ambulante Hilfe zur Erziehung durch das Jugendamt bewilligt, werden die Kosten der Fachleistung vom Jugendamt getragen. Für ambulante Hilfen wird grundsätzlich kein Kostenbeitrag nach den Kostenbeitragsregelungen des SGB VIII erhoben. Eine verbindliche Auskunft zum konkreten Einzelfall erteilt das zuständige Jugendamt.
Wie lange dauert die Hilfe?
Dauer und Umfang richten sich nach dem individuellen Bedarf und den Vereinbarungen im Hilfeplan. Die Hilfe wird regelmäßig gemeinsam ausgewertet. Eine Beendigung wird vorbereitet, wenn Ziele erreicht sind, andere Unterstützung passender ist oder die Voraussetzungen für eine tragfähige Zusammenarbeit nicht mehr bestehen.
Was ist, wenn es unterschiedliche Sichtweisen oder Konflikte gibt?
Unterschiedliche Sichtweisen gehören zum Hilfeprozess. Wir sprechen Irritationen offen an, klären Erwartungen und suchen nach Vereinbarungen, die Verantwortung und Beteiligung verbinden. Familien können Rückmeldungen und Beschwerden direkt, über die Leitung oder über die vereinbarten Beschwerdewege einbringen.