Schule ist für Kinder mehr als Unterricht.
Schule ist ein Ort des Lernens, der Begegnung, der Übergänge, der Regeln, der Pausen, der Konflikte und der Zugehörigkeit.
Manche Kinder brauchen in diesem Alltag mehr Orientierung, mehr Sicherheit oder mehr Unterstützung, um am Unterricht und am Schulleben teilhaben zu können. Gleichzeitig stehen Lehrkräfte, Schulen und Familien oft vor der Frage, wie Hilfe so organisiert werden kann, dass sie flexibel, entlastend und nicht stigmatisierend wirkt.
Die HEIB-Poollösung schulische Teilhabe setzt genau dort an.
Sie bündelt pädagogische Fachlichkeit, schafft verlässliche Präsenz im Schulalltag und unterstützt Kinder dort, wo Teilhabe entsteht: im Klassenraum, auf dem Schulhof, in Übergängen, im AnkerRaum und in der Rückkehr in die Gemeinschaft.
Unsere Haltung
Schule gelingt dort, wo Kinder Orientierung, Sicherheit und Zugehörigkeit erleben.
Das Präsenzteam bleibt sichtbar, ansprechbar und verlässlich. Es unterstützt frühzeitig, gibt kurze Orientierung und gestaltet gemeinsam mit Schule, Eltern und Jugendamt tragfähige nächste Schritte.
Belastendes Verhalten wird im Zusammenhang mit Situation, Entwicklung, Beziehung und Umweltbedingungen verstanden. Schutz und Grenzen werden klar gesichert. Zugleich bleiben Beziehung, Beteiligung und Rückkehr im Blick.
Was uns wichtig ist
Teilhabe im Blick.
Ausgangspunkt ist die Frage, was Schüler:innen benötigen, um am Unterricht, an der Gruppe und am Schulleben teilzunehmen.
Gemeinsam Verantwortung tragen.
Schule, Eltern, Jugendamt und HEIB stimmen ihre Zuständigkeiten und nächsten Schritte verlässlich ab.
Präsent und ansprechbar bleiben.
Erwachsene bleiben ruhig, berechenbar und erreichbar. Sie geben Orientierung und sichern einen verlässlichen Rahmen.
Rückkehr ermöglichen.
Abstand und Beruhigung sind auf die Rückkehr in Unterricht, Gruppe und Beziehung ausgerichtet
Kleine Schritte, die tragen.
Klare Absprachen und wiederholte gelingende Erfahrungen stärken Handlungssicherheit und Zugehörigkeit.
Präsent in der Schule. Verlässlich ansprechbar.
Beim Ankommen in den Schultag. Im Unterricht. In Übergängen. In den Pausen. Wenn Orientierung gebraucht wird. Wenn ein Konflikt geklärt werden muss. Wenn eine Auszeit hilfreich ist. Wenn die Rückkehr vorbereitet wird. Der Schulpool stärkt Teilhabe, Zugehörigkeit und einen verlässlichen schulischen Rahmen.
Ein begleiteter Ort für Beruhigung und Orientierung. Ein mobiles Team für Präsenz.
Der AnkerRaum
Der AnkerRaum ist ein begleiteter Ort im Schulgebäude. Schüler:innen können dort zur Ruhe kommen, Belastungssignale sortieren, Orientierung zurückgewinnen und den nächsten Schritt vorbereiten. Der Aufenthalt ist zeitlich überschaubar und auf die Rückkehr in Unterricht und Gemeinschaft ausgerichtet.
Das Präsenzteam
Das Präsenzteam ist im schulischen Alltag mobil und ansprechbar. Es unterstützt im Klassenraum, in Pausen, Fluren, Übergängen und im Ganztag. Die Mitarbeitenden beobachten aufmerksam, greifen frühzeitig auf und stimmen ihr Handeln eng mit den schulisch Verantwortlichen ab.
Wobei der Schulpool unterstützt
- Ankommen und Orientierung zu Beginn des Schultages
- Übergänge zwischen Unterricht, Pause und Ganztag
- frühzeitige Unterstützung bei wachsender Anspannung
- Co-Regulation und Wiedergewinnung von Handlungssicherheit
- Klärung und Begleitung nach Konflikten
- verlässliche Rückkehr in Klasse und Gruppe
- Abstimmung zwischen Schule, Eltern, Jugendamt und HEIB
- flexibler Einsatz der vereinbarten Poolressourcen im schulischen Alltag
Was Beteiligte erleben sollen
Schüler:innen
Ich werde gesehen. Ich bleibe Teil der Gemeinschaft. Erwachsene bleiben ruhig und erreichbar. Ich werde bei meiner Rückkehr begleitet.
Lehrkräfte
Ich erhalte verlässliche Unterstützung. Zuständigkeiten und Rückkehrwege sind geklärt. Ich kann meine Unterrichtsverantwortung wahrnehmen.
Eltern und Sorgeberechtigte
Mein Kind bleibt mit seinen Stärken und Bedürfnissen im Blick. Absprachen sind transparent und nachvollziehbar.
Schule und Jugendamt
Ressourcen werden fachlich gesteuert. Bedarfe, Wirkung und Weiterentwicklung werden in vereinbarten Planungsprozessen ausgewertet.
So kann Unterstützung aussehen
Ankommen in den Schultag
Mehrere Schüler:innen benötigen beim Unterrichtsbeginn Orientierung. Das Präsenzteam ist frühzeitig im Raum, beobachtet aufmerksam, benennt konkrete nächste Schritte und unterstützt einzelne Schüler:innen dabei, in den Arbeitsfluss zu finden.
Ein Konflikt in der Pause
Mehrere Schüler:innen reden gleichzeitig, ein Kind zieht sich zurück und ein anderes wird laut. Zunächst werden Schutz, Abstand und Beruhigung gesichert. Klärung folgt, wenn die Beteiligten wieder ansprechbar sind. Verantwortung, Wiedergutmachung und Rückkehr werden gemeinsam vorbereitet.
Der Weg zurück in die Klasse
Nach einer begleiteten Pause im AnkerRaum wird geklärt, was jetzt hilft und welcher nächste Schritt machbar ist. Die Rückkehr wird vorbereitet, die Lehrkraft erhält eine kurze vereinbarte Information und der:die Schüler:in wird wieder positiv in den Unterricht aufgenommen.
Schule braucht verlässliche Präsenz.
Der Schulpool verbindet klare Strukturen, fachliche Präsenz und eine Haltung, die Schüler:innen in ihrer Entwicklung und Zugehörigkeit sieht. Erwachsene bleiben ansprechbar, schützen Grenzen und eröffnen Wege zurück in Unterricht, Gruppe und Beziehung.
Unsere Arbeitsweise
Unsere Arbeit verbindet die Haltung der Neuen Autorität mit Marte Meo und einem systemischen Blick auf schulische Prozesse. Die pädagogischen Mitarbeitenden sind sichtbar, ansprechbar und verlässlich. Sie nehmen Signale und Fähigkeiten der Schüler:innen aufmerksam wahr, geben klare Orientierung und bleiben auch in angespannten Situationen ruhig und handlungsfähig. Grenzverletzungen werden eindeutig unterbrochen. Zugleich bleiben Beziehung, Wiedergutmachung und die Rückkehr in die Gemeinschaft im Blick.
Unterstützung im Schulalltag
Der Schulpool unterstützt Schüler:innen flexibel dort, wo im Schulalltag ein konkreter Bedarf entsteht. Die Begleitung kann im Unterricht, während der Pausen, bei Übergängen oder zeitweise im AnkerRaum erfolgen. Dort können Schüler:innen zur Ruhe kommen, Situationen sortieren und nächste Schritte vorbereiten. In Krisen geben klare Abläufe und abgestimmte Zuständigkeiten Sicherheit. Ziel ist es, Teilhabe möglichst aufrechtzuerhalten oder zeitnah wiederherzustellen.
Clearing, Qualität und Schutz
Bei komplexen oder noch unklaren Situationen kann ein ergänzendes, gesondert vereinbartes Clearing durchgeführt werden. Beobachtungen, Gespräche und die gemeinsame Auswertung unterschiedlicher Perspektiven helfen dabei, den Unterstützungsbedarf genauer einzuordnen und geeignete nächste Schritte zu entwickeln. Die pädagogische Arbeit wird regelmäßig reflektiert und nachvollziehbar dokumentiert. Verbindliche Schutz-, Datenschutz- und Beschwerdeverfahren bilden dabei einen verlässlichen Rahmen.
Fachlicher Rahmen
Die HEIB-Poollösung zur Unterstützung schulischer Teilhabe ist ein schulbezogenes Angebot der Kinder- und Jugendhilfe. Die Umsetzung erfolgt im Rechtskreis des SGB VIII, insbesondere im Zusammenhang mit § 35a SGB VIII und den für die Art und Form der Leistung herangezogenen Regelungen des SGB IX.
- 112 Absatz 4 SGB IX ermöglicht die gemeinsame Erbringung erforderlicher Anleitung und Begleitung, soweit dies für die leistungsberechtigten Personen zumutbar ist und entsprechende Vereinbarungen mit dem Leistungserbringer bestehen. Individuelle Ansprüche und Bedarfe bleiben maßgeblich.
Die konkrete Ausgestaltung richtet sich nach den örtlichen Vereinbarungen, der bewilligten Poolstruktur, den Fachleistungsstunden und den Steuerungsprozessen des zuständigen Leistungsträgers. Vorrangige Zuständigkeiten anderer Leistungssysteme und die Unterrichtsverantwortung der Schule bleiben bestehen.
Fragen und Antworten
Schulpool und Anker-Modell
Sie haben Fragen? Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Themen rund um unser Angebot, unsere Leistungen und den Ablauf. Sollten Sie dennoch etwas vermissen, sprechen Sie uns gerne persönlich an – wir helfen Ihnen jederzeit weiter.
Was ist eine Poollösung zur Unterstützung schulischer Teilhabe?
Eine Poollösung bündelt vereinbarte Unterstützungsressourcen an einer Schule. Die Mitarbeitenden können flexibel dort eingesetzt werden, wo leistungsberechtigte Schüler:innen im jeweiligen Schulalltag Unterstützung benötigen.
Kann ich den Schulpool für mein Kind direkt bei HEIB beantragen?
Nein. Der Schulpool ist an eine bestehende Kooperation zwischen Schule, Jugendamt und HEIB gebunden. Eltern wenden sich bei Fragen zunächst an die beteiligte Schule oder das zuständige Jugendamt.
Ist der Schulpool eine individuelle Schulbegleitung?
Nein. Eine individuelle Schulbegleitung ist eine eigenständige Hilfeform. Wenn der persönliche Bedarf die vereinbarte Poolstruktur übersteigt, kann das zuständige Jugendamt eine fallbezogene Klärung oder ergänzende Einzelfallhilfe prüfen.
Wofür ist der AnkerRaum gedacht?
Der AnkerRaum ist ein begleiteter Ort zur Beruhigung, Orientierung und Vorbereitung der Rückkehr in Unterricht und Gemeinschaft.
Wie werden Eltern einbezogen?
Eltern und Sorgeberechtigte werden entsprechend der vereinbarten Zuständigkeiten informiert und beteiligt. Bei wiederkehrenden Belastungen oder fallbezogenen Klärungen werden Kommunikationswege und Ziele transparent abgestimmt.
Wer steuert die Poolressourcen?
Die Steuerung erfolgt über die vereinbarten schulischen Analyse-, Planungs- und Auswertungsprozesse. Beteiligt sind Schule, HEIB und der zuständige Leistungsträger.
Wie arbeiten Lehrkräfte und die Mitarbeitenden des Schulpools zusammen?
Die Lehrkräfte bleiben für Unterricht und schulische Abläufe verantwortlich. Die Mitarbeitenden des Schulpools ergänzen den Schulalltag durch pädagogische Beobachtung, flexible Unterstützung und abgestimmte Entwicklungsimpulse. Beobachtungen, Zuständigkeiten und nächste Schritte werden regelmäßig miteinander abgestimmt.
Was geschieht, wenn die Unterstützung durch den Schulpool nicht ausreicht?
Zeigt sich ein weitergehender oder dauerhaft individueller Unterstützungsbedarf, wird dies transparent mit den Eltern, der Schule und den zuständigen Stellen besprochen. Gemeinsam wird geprüft, welche ergänzende oder andere Hilfeform erforderlich sein könnte. Der Schulpool ersetzt keine notwendige individuelle Unterstützung.
Wie wird überprüft, ob die Unterstützung hilfreich ist?
Die pädagogischen Mitarbeitenden dokumentieren wesentliche Beobachtungen und reflektieren die vereinbarten Ziele regelmäßig mit der Schule und den weiteren Beteiligten. Dabei wird geprüft, welche Entwicklungen sichtbar werden, was weiterhin benötigt wird und wie die Unterstützung angepasst werden sollte.